Die Bilder sprechen für sich!

1 Die Bilder sprechen für sich!Heute wollen wir in unsere...
Author: Adolf Fertig
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1 Die Bilder sprechen für sich!Heute wollen wir in unsere Nachbargemeinde Überland blicken. Am 3. und 4. September haben einige Überländer Kirchweih und Ruga gefeiert. Jahrmarkt hatte über Jahrzehnte eine enge Bindung zu Überland. Die Kirchengemeinden gehörten zusammen und wurden vom gleichen Seelsorger und späterer Bischof von Temeswar Sebastian Kräuter betreut. Viele Jahrmarkter hatten Verwandte oder Freunde, auch wurden einige Ehen geschlossen und so kamen sich die beiden Orte nochmal näher. Hier soll nun ein Teil vom Fest in der alten Heimat gezeigt werden. Danken möchte ich Nick Tyosits für das Zusenden der Fotos und den Beitrag von Helmine Buchsbaum sowie den Brüdern Klein für die Gestaltung der DVD. Die Bilder sprechen für sich!

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10 Ereignisreich, emotional, einmalig in Überland„Es ging mir alles sehr nahe. Ich bin überwältigt von allem“, sagte eine Überländerin bei unserem Treffen in Giarmata-Vii/ Überland am 4. September So wie ihr erging es allen, die aus ganz Deutschland angereist kamen. Obwohl nicht zahlreich vor Ort, aber tief emotional genossen wir den Aufenthalt und die Tage in unserem Iwerland. Schon samstags fanden wir uns im Kulturhaus des Ortes ein, einer der bewegenden Augenblicken überhaupt. Viele sahen sich seit Jahrzehnten nicht und waren aufgeregt und neugierig, in wie weit man sich erkennen würde oder wie man sich in einem gewissen Alter wohl verändert habe. Die Brücke schlug man schnell, wir knüpften an die alten Erinnerungen an und verinnerlichten die Gegenwart. Der orthodoxe Pfarrer Vasile Suciu empfing uns herzlich. Er freute sich, dass wir wieder „Zuhause“ seien, denn wir seien Teil dieses Ortes. Gemeinsam mit dem katholischen und dem orthodoxen Pfarrer machten wir uns auf den Schleichwegen von damals auf den Weg zum Friedhof, um unserer Toten und Vermissten zu gedenken. Viele Mitbewohner nahmen an der ökumenischen Andacht teil. Es war einmalig, weil dies die erste ökumenische Andacht überhaupt war. Abends feierten und tanzten wir ausgelassen. Niki Tyosits spielte auf dem Akkordeon auf und die Zeit verging wie im Flug.

11 Die Emotionalität unsererseits stieg, denn wir feierten Kerwei in unserer katholischen Kirche. Vor dem Gottesdienst wurden wir vor der Kirche schon herzlich von Überländern empfangen. Die „Chorsängerinnen“ von vor der Ausreise haben sich getroffen, um die Lieder für den Gottesdienst einmal zu „üben“. Wir hatten seit 30 Jahren nicht mehr zusammen gesungen. Karoline, Wes Anna, Waltraud, Margret und alle anderen haben musikalisch den Gottesdienst mit gestaltet. Begrüßt wurden wir wieder von Pfarrer Suciu, der den Gottesdienst eröffnete. Danke dem katholischen Pfarrer, der uns ermahnte, eine Brücke zu werden und zu bleiben. Der kleine Empfang mit Kuchen und Kaffee nach der Messfeier tat uns allen gut. Dafür Danke! Der orthodoxe Gottesdienst war ergreifend und tief emotional. Zum einen, war es die freundliche Aufnahme als Überländer und zum anderen als katholische Gläubige. Nach Sitte und Brauch der „ruga“ fand danach vor der renovierten orthodoxen Kirche der Empfang statt, bei dem die Dorfbewohner und Gäste zu den weiteren Veranstaltungen der „ruga/ Kerwei“ eingeladen wurden und auch für das Miteinander gedankt wurde. Ansprachen der Dorfvertreter, der Pfarrer und des Bürgermeisters aus Ghiroda, zu dem das Dorf verwaltungstechnisch dazugehört, Herr Ionut, Stanisoiu und dem stellvertretenden Bürgermeister, Ion Bontea, ein waschechter Überländer riefen die Anwesenden zum Feiern, Glauben und zur Nächstenliebe auf.

12 Auch die Herz-Überländer, wir, die wir in Deutschland leben, richteten uns mit einem Grußwort an die versammelte Gemeinde und bedankten uns für das Zusammensein-können und versprachen eine Brücke zu werden. Die Tanzgruppe des Deutschen Forums aus Detta, „Edelweiß“, beglückte uns und alle Anwesenden in schwäbischer Tracht und mit der Aufführung banatschwäbischen Tänzen, darunter dem Bändertanz. Dafür ein herzliches Vergelt’s Gott! Die „Hora“ vor der Kirche bildete den feierlichen Abschluss am Mittag. Das „Kerweiessen“ fand gemeinsam mit den Honorationen des Dorfes im Kulturhaus statt. Hier schloss auch das Nachmittagsprogramm mit Darbietungen rumänischer Gruppen und der Gruppe „Edelweiß“ an. Überwältigend waren die rumänischen Tänze, wunderschön die Trachten der Ebene, „port de campie“ anzusehen. Die Liebe zum Detail der Tracht und zur Gemeinschaft zeigte sich in der Sorgfalt, wie sich diese jungen Menschen darin kleideten und wie sie mit Freude und Begeisterung tanzten und sich anlachten. Die Gruppe „Edelweiß“ überraschte mit Tänzen und Liedern, sie zeppelten, tanzten Walzer und konnten bei den Rhythmen der rumänischen Tänzen mithalten.

13 Fazit: Wir haben viele Bekannte getroffen, mit ihnen gelacht, geweint und uns an alte Zeiten erinnert. Wir haben die Veränderung des Dorfes äußerst positiv aufgenommen, haben die Nächstenliebe und die Bemühungen des Zusammenhalts des orthodoxen Pfarrers für Giarmata-Vii/ Überland wahrgenommen. Den Überländern im Banat wünschen wir eine schöne Zeit und viel Miteinander. Die rumänisch-orthodoxe Kirche mit ihrem Pfarrer macht es möglich. Dies zeigt sich in der Ausgabe „Vatra noua“, die in der Ausgabe erschien und alle Haushalte erreicht. Ein kleines Dorf neben Temeswar, Giarmata-Vii/ Überland, hat es geschafft, sich zu finden. Zum Finale: Danke an Walter Warres, der dies eingeleitet und unterstützt hat, aber leider nicht dabei sein konnte. Unermüdlich hat er mir und einigen von uns diese Brücke und die Liebe zu unserem Heimatort nahe gelegt. Danke Pfarrer Vasile Suciu, der dies vor Ort ermöglicht hat. Ohne ihn wäre es nicht möglich gewesen, uns zu begegnen. Seine Worte nehmen wir mit: „Seid eine Brücke, ihr Überländer!“ Danke auch an Michael Krebs, bei dem viele Fäden zusammengelaufen sind und mit dem ich ständig in Verbindung stand für das Wohl unserer Überländer. Danke allen Überländern, die diese Begegnung zum Fest der Freude werden ließen.