Einführung in die Phonetik und Phonologie

1 Einführung in die Phonetik und PhonologieHinweise zur T...
Author: Dorothea Schulz
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1 Einführung in die Phonetik und PhonologieHinweise zur Transkription

2 Phonemische vs. Phonetische TranskriptionDie schriftliche Wiedergabe der Lautgestalt von sprach-lichen Ausdrücken kann je nach Zweck unterschiedliche detailliert sein. Man unterscheidet gewöhnlich zwischen einer phonemischen Transkription und einer phonetischen Transkription.

3 Phonemische TranskriptionEine phonemische Transkription gibt nur die Einheiten des Phonemsystems einer Sprache wieder und berücksichtigt dabei nur die jeweiligen distinktiven Eigenschaften. Kontextabhängige oder freie Variationen werden nicht berücksichtigt. Die Tatsache, dass der Anlaut von pin aspiriert ist, spielt in einer phonemischen Transkription keine Rolle. Ebensowenig die Tatsache, dass das in feel anders gesprochen wird, als in leaf.

4 Phonemische TranskriptionEine phonemische Transkription enthält nur so viel an Information wie notwendig ist, um nach den Aussprache-regeln der betreffenden Sprache eine vollständige Aussprache zu erzeugen. Im Englischen gilt die Regel, dass Plosivlaute im Anlaut vor betontem Vokal aspiriert ausgesprochen werden. Ebenso gilt die Regel, dass das im Auslaut oder vor einem Konsonanten velarisiert, d.h. heißt mit gehobener Hinterzunge realisiert wird.

5 Phonemische TranskriptionDiese aus Regeln ableitbare Information wird in einer phonemische Transkription nicht wiedergegeben. Ausdrücke in phonemischer Transkription werden in Schrägstriche eingeschlossen: pin: /pin/ bad: /bæd/ feel: /fi:l/ leaf: /li:f/

6 Phonetische TranskriptionEine phonetische Transkription enthält im Vergleich zu einer phonemische Transkription je nach Zielsetzung mehr oder weniger detaillierte zusätzliche phonetische Informationen, auch solche, die aus Regeln ableitbar wären. In einer phonetischen Transkription würde man gege-benenfalls auch notieren, dass Plosive im Anlaut vor betontem Vokal aspiriert sind.

7 Phonetische TranskriptionAusdrücke in phonetischer Transkription werden in eckige Klammern eingeschlossen: pin: [phɪn] spin: [spɪn] feel: [fi:ɫ] leaf: [li:f]

8 Das phonetische AlphabetDie Grundlage des phonetischen Alphabets ist das lateinische Alphabet. Der Zeichenvorrat des lateinischen Alphabets reicht jedoch nicht aus, um die verschiedenen Laute aller Sprachen der Welt darstellen zu können. Es mussten daher Konventionen zur Erweiterung des Alphabets gefunden werden.

9 Das phonetische AlphabetZunächst kann man feststellen, dass der Unter-schied zwischen Groß- und Kleinschreibung wie im dt. laufen vs. Laufen phonetisch ohne Bedeutung ist. Man kann daher die Großbuchstaben für andere Zwecke einsetzen. Sie haben dann allerdings die gleiche Höhe wie Kleinbuch-staben: [pɪn, pʊt]; [ʙm:] (mit bilabialem Vibranten [ʙ]); [ʀ] als eine Variante des dt. , [ɴ] ein uvularer Nasal etc.

10 Das phonetische AlphabetEinige Zeichen stammen aus verschiedenen Schriftarten: in Times ändert sich die Gestalt des 'a' wenn es kursiv gesetzt wird: [a a]

11 Das phonetische AlphabetEinige Symbole sind anderen Alphabeten entnommen, z.B. der bilabiale Frikativ β (wie in süddt. Quarz [kβarts]) aus dem Griechischen (ebenso [ɛ, ɣ, ɸ¸]) Weitere Symbole entstehen durch Abwandlung vorhandener Zeichen, z.B. durch Rotation oder Kippen: [ə ʍ ʌ ɯ ɒ ɜ ɐ]

12 Das phonetische AlphabetZusätzlich mussten eine Reihe neuer Zeichen erfunden werden, die häufig aus vorhandenen durch Hinzufügen oder Weglassen von Elementen abgeleitet sind: [ɾ Ɂ] [ɓ ɗ ɠ] [ɖ ɲ ʐ ʈ]

13 Das phonetische AlphabetSchließlich gibt es eine große Zahl von sogenannten diakritischen Zeichen, die mit anderen Zeichen kombiniert werden: n̩ zur Kennzeichnung silbischer Segmente d̥ zur Kennzeichnung von Stimmlosigkeit t̪ zur Kennzeichnung dentaler Artikulation ũ zur Kennzeichnung von Nasalierung

14 Schritte zur richtigen TranskriptionRichtige Aussprache erkennen (kennen – hören) phonetische Zeichen mit ihren Lautwerten kennen democrat democratic democracy [ˈdɛməˌkræt] [ˌdɛməˈkrætɪk] [dɪˈmɔkrəsɪ]